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Amazon und Paypal attackieren Wikileads
Boykott

Über die Enthüllungen von Wikileaks kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Ich als Wahrheitsfanatiker finde es vollkommen richtig die internen Meinungen der Botschaftsmitglieder öffentlich zu machen. Wenn ein Politiker, Botschaftsangehöriger oder sonst jemand etwas sagt, dann soll er auch dazu stehen. Und zwar auch öffentlich. Aber wie gesagt, dies ist sicherlich ein Thema, über das man gut diskutieren und auch unterschiedliche Meinungen haben kann.

Absolut peinlich und in meinen Augen ein absolutes NoGo ist allerdings die verzweifelten Versuche einiger Länder, die Veröffentlichungen mit (ich bin fast geneigt zu sagen:) allen Mitteln zu verhindern bzw. zu blockieren. Besonders schlimm finde ich die Versuche der amerikanischen Regierung, Unternehmen gegen Wikileaks aufzuhetzen und dazu zu bewegen, Wikileaks das Leben schwer zu machen. Noch peinlicher ist es allerdings, dass es wohl einige (patriotische) amerikanischen Unternehmen gibt, die sich bereitwillig vor diesen Karren spannen lassen.

Bereits gestern (04.12.) ist mir ganz böse aufgestoßen, dass Amazon von jetzt auf gleich Wikileaks die Server gekündigt hat. Stellen Sie sich mal vor, Ihr Vermieter kündigt Ihnen von jetzt auf gleich Ihre Wohnung. Das geht ja mal gar nicht, zeugt nicht nur von schlechten Stil sondern in meinen Augen sogar von einer Arroganz und Frechheit, die bisher noch nicht dagewesen ist.

Heute wurde allerdings noch einer drauf gesetzt. Und zwar hat der Bezahlservice Paypal (sowieso nicht empfehlenswert weil unzuverlässig und sehr schlechter Service) von jetzt auf gleich Wikileaks die Konten gekündigt. Für Interessierte hier der Link zum Artikel bei Stern.de.

Ja Hallo, sind wir denn im Wilden Westen. Solch ein Verhalten erinnert mich an billige Western.

Für uns als Verbraucher und Bürger gibt es meiner Ansicht nur eine Möglichkeit uns vor solch unseriösem Verhalten zu schützen. Ich für meinen Teil werde bei Amazon nichts mehr einkaufen. Meine Weihnachtsgeschenke kann ich als „König Kunde“ überall erwerben. Und wenn alle Menschen (das wird leider nicht passieren) so handeln, können wir Amazon einen kleinen Denkzettel erteilen und das Weihnachtsgeschäft versauen.

Die zweite Sache ist Paypal. Als Betreiber eines Onlinehandels habe ich sowieso schon reichlich schlechte Erfahrungen mit Paypal gemacht und rate meinen Kunden aus diesem Grunde auch von der Bezahlung durch Paypal ab. Das werde ich allerdings jetzt auch mal auf der Startseite machen, so das es wirklich jeder Kunde mitbekommt.
Ich selber (der ich bei anderen Firmen ja auch Kunde bin) werde prinzipiell nicht mehr über Paypal zahlen. Da spare ich dem Onlinehändler lieber die Kosten und zahle den Rechnungsbetrag eben per Banküberweisung. Heutzutage ist das Geld sowieso am nächsten (spätestens am übernächsten) Tag beim Empfänger. Und was den Käuferschutz angeht, so lege ich da bestimmt keinen Wert drauf. Paypal kann man sowieso schlecht erreichen und fehlgeleiteten Zahlungen kann man auch hinterher rennen. Wie soll denn da der Käuferschutz aussehen? Bevor ich mich mit Paypal auseinandersetze einige ich mich lieber mit dem Lieferanten. Zumal die meisten Internethändler mittlerweile einen sehr guten Service bieten und sehr kundenfreundlich sind.

Hoffentlich habe ich den ein oder anderen mal zum Überlegen gebracht. Gemeinsam sind wir stark!

1 Kommentar

  1. Praxiserfahrungen mit Paypal | jagato.de:

    […] Nachtrag vom 05.12.2010: Bitte beachten Sie die aktuelle Diskussion zum Boykott von Paypal und Amazon. […]

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