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Bekennender Arztmuffel – wie ich dazu wurde

Ja, ich oute mich als bekennender Arztmuffel. Ich gehe absolut ungern zum Arzt und das auch nur dann, wenn es absolut notwendig ist. Auch mit Vorsorgeuntersuchungen können mir die Ärzte bitte möglichst weit vom Körper bleiben.

Wie jeder andere Bürger auch bekomme ich natürlich die immer wieder kehrenden Aufrufe mit, man solle doch regelmäßig zum Arzt gehen und vor allen Dingen die Vorsorgeuntersuchungen über sich ergehen lassen. Wie kommt es also dazu, dass ich so energisch gegen jeglichen Arztbesuch bin? Das hat mit meiner Lebensgeschichte, aber auch mir meiner Ausbildung und meinem Selbstverständnis zu tun und benötigt einige kurze Ausführungen.

Zuerst einmal bin ich von der Effektivität unser „modernen“ Medizin in keiner Weise überzeugt. Ich habe, sobald die kühlere Jahreszeit beginnt, mit rheumatischen Beschwerden zu kämpfen. Allerdings führe ich diesen Kampf nicht mit den üblichen Medikamenten sondern mit warmer Kleidung. Ganz einfach, weil ich festgestellt habe, dass Kälte meinem Körper nicht gut tut. Wenn ich die betroffenen Körperstellen warm halte und vor Zugluft schütze komme ich komplett ohne Medikamente aus. Und wenn doch mal was schief läuft helfe ich mir mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln. Dafür benötige ich keinen Arzt, die kann ich auch ohne Rezept erwerben. Und was die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten bezüglich Rheuma angehen, so hat sich da nicht viel geändert. Die Behandlungen erinnern mich sehr stark an meine Kindheit, als meine rheumatische Mutter mit genau den gleichen Mittelchen behandelt wurde. Damals ohne Erfolg und auch heutzutage ist Rheuma immer noch nicht heilbar.

Gehen wir mal zum nächsten Punkt über. Ich leide an Schuppenflechte, die sich primär an den Finger- und Fussnägeln zeigt. Lange Jahre bin ich von Hautarzt zu Hautarzt gewandert und wurde von JEDEM dieser Fachleute auf Nagelmykose (Nagelpilz) behandelt. Aus heutiger Sicht kann ich die Herren nur zu Ihrem wirtschaftlich geschicktem Verhalten gratulieren. Geholfen hat mir zwar keiner dieser Hautärzte, aber immer wieder in die Praxis bestellt und irgendwelche Laboruntersuchungen durchzuführen. Ein Arzt war sogar so geschickt, mich wöchentlich zur Nagelpflege zu bestellen. Da wurden dann einfach die Nägel abgeschliffen und anschließend mit einem entsprechendem Mittel gegen Nagelpilz behandelt. Natürlich ohne Erfolg, da ich dann irgendwann über einen befreundeten Chirurgen zu einem Professor für Dermatologie an einer deutschen Universität empfohlen wurde. Der hat dann endlich festgestellt, dass es sich seine Kollegen etwas leicht gemacht hatten. Die Diagnose Nagelpilz ist nämlich wesentlich gewinnträchtiger als dem Patienten klipp und klar zu sagen, er habe Schuppenflechte, die nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht heilbar ist.

Möchten sie noch ein Beispiel hören? Eine Bekannte wurde zur Vorsorgeuntersuchung gedrängt. Es ging um eine Darmspiegelung um Krebs erkennen zu können. Bei dieser Darmspiegelung wurde der Darm beschädigt. Und zwar so stark, dass letztendlich ein künstlicher Darmausgang gelegt werden musste. Den ist die Bekannte mittlerweile wieder los. Aber der Aufwand, die ständigen Arztbesuche und die Operationen waren schon sehr belastend für Sie. Und ganz nebenbei bemerkt: Krebs wurde bei Ihr nicht entdeckt.

Bei zwei weiteren Bekannten wurde eine Kathederuntersuchung am Herz durchgeführt. Bei dem einen Bekannten komplett ohne Befund, beim anderen wurde eine Entzündung des Herzmuskels diagnostiziert. Allerdings nicht behandlungsbedürftig. Dafür hat sich bei beiden die Wunde in der Leistengegend entzündet und es dauerte ewig lange, bis Sie wieder voll Einsatzfähig waren.

Wenn ich mir dann noch die vielen Fehleinschätzungen und Fehldiagnosen vor Augen halte. Oh mein Gott. Einer Freundin wurde von Ihrem Hausarzt ein Schilddrüsenmedikament verschrieben, weil die Schilddrüse angeblich nicht korrekt arbeitete. Nach einem Jahr der „rumdoktorei“ durch den Hausarzt (und einer darauf folgenden Überfunktion) hat er Sie dann endlich an einen Facharzt überwiesen. Der hat das Medikament dann langsam abgesetzt und mittlerweile kommt Sie wieder vollkommen ohne Medikamente aus. Nicht weil der Facharzt so gut kuriert hat, sondern weil schlicht und ergreifend gar keine Fehlfunktion vorlag. Bzw. die Fehlfunktion so gering ist, dass eine Behandlung nicht notwendig ist. Das zum Thema Hausärzte.

Einem alten Freund von mir wurde von seinem Hausarzt ein Mittel gegen zu niedrigem Blutdruck verschrieben. Danach lag er auf der Intensivstation unter Beobachtung, weil sein Blutdruck auf über 300 gestiegen war. Leider hatte der so kompetente Hausarzt bei der Dosierung wohl etwas übertrieben. Dann doch lieber mit alternativen Heilmethoden, mit denen man nicht so viel kaputt machen kann. Nur als Beispiel das Heilen mit Heilpilzen, die unter anderem auch bei Bluthochdruck helfen können.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich möchte niemanden dazu verleiten nicht mehr zum Arzt zu gehen. Das muss jeder für sich entscheiden und kommt sicherlich auch auf die Krankheit an. Eine gebrochenen Arm wird wohl niemand vom Heilpraktiker behandeln lassen. Aber ein bisschen Vorsicht im Umgang mit unseren „Göttern in Weiß“ ist sicherlich nicht von Nachteil.

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