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Dienstleistungswüste Deutschland

Nene, nicht was Sie jetzt vielleicht denken. Ich habe die Überschrift bewusst etwas ungenau gewählt um das Interesse des Lesers zu wecken. 😉 Denn im Grunde geht es nicht um Deutschland sondern um amerikanische Unternehmen, die Ihre Dienste auch hier in Deutschland anbieten. Da ist es nämlich mit der Kundenorientierung nicht besonders gut gestellt. Aber als „Normalsterblicher“ bekommt man das im Grunde gar nicht mit. Als Gewerbetreibender der regelmäßig Ware aus dem Ausland bezieht bin ich von den Missständen nicht nur tangiert sonder oftmals auch genervt. Früher, bevor ich gewerblich Waren aus dem Ausland importierte, hätte ich mir das nicht träumen lassen.

Aber jetzt mal der Reihe nach. Wir beziehen praktisch wöchentlich Waren eines amerikanischen Herstellers. Alle Hersteller von denen wir Ware beziehen haben einen entsprechenden Lagerbestand und versenden praktisch am Tage der Bestellung die Ware. So sollte es ja auch sein. In Amerika ist wohl alles etwas anders. Da dauert es denn auch schon mal zwei Wochen bis unsere Bestellung auf den Weg gebracht wird. Naja, nach einiger Zeit weiß man es und richtet sich darauf ein.

Zweiter Kritikpunkt sind die Rechnungen. Wenn wir Glück haben erhalten wir eine Rechnung per E-Mail. Meistens haben wir kein Glück. Auch kein Problem, dann fragt man eben freundlich per E-Mail nach. Wenn man Glück hat wird die E-Mail beantwortet und man erhält die fehlende Rechnung. Aber nicht immer. Wir haben auch schon mehrmals wegen einer einzigen Rechnung nachfragen müssen.

Bei uns Deutschland ist es mittlerweile ja üblich eine Sendungsnummer zu erhalten. Recht praktisch, da man gut verfolgen kann wo sich die Sendung befindet und wann Sie wohl zugestellt wird. Das ist insbesondere vorteilhaft, wenn man die Zollgebühren usw. per Nachnahme beim Paketfahrer zahlt. Dann kann man sich nämlich entsprechend mit einem etwas höherem Bargeldbestand versorgen. Aus Amerika erhalten wir nur sehr sporadisch eine Sendungsnummer. Also immer ein Glücksspiel, wann denn wohl die Bestellung ankommt. Entsprechend darf der Fahrer dann auch schon mal am nächsten Tag wieder kommen, damit wir zwischenzeitlich zur Bank können.

Über die Beantwortung von Anfragen, die gerade ein gewerblicher Händler schon mal hat, decke ich hier mal höflicherweise den Mantel des Schweigens. Eine Antwort auf E-Mails zu erhalten ist ebenfalls reine Glückssache. Bezüglich Garantiefälle, Produktänderungen oder auch neue Produkte natürlich gar keine Informationen. So kann man die Gerüchte im Internet auch forcieren.

Oftmals wird die Ware per UPS versendet. Bekanntermaßen ja auch eine amerikanische Firma. Und Sie ahnen es wahrscheinlich schon, genau so schlecht. Der einzige Lichtblick sind hier die freundlichen und serviceorientierten Fahrer. Die Zollgebühren kassieren die Fahrer direkt bei der Übergabe der Sendung. Die Rechnung wird irgendwann später (eine Woche, zwei Wochen, auch schon mal drei oder vier Wochen später) per Briefpost zugestellt (oder auch gar nicht). Nachfragen per E-Mail werden prinzipiell nicht beantwortet. Scheint bei amerikanischen Unternehmen so üblich zu sein.

Vor einem Jahr habe ich dann auf Anraten eines netten Paketfahrers eine Kundennummer bei UPS beantragt und auch sofort eine Einzugsermächtigung erteilt. Wie gesagt, vor einem Jahr. Jetzt kamen auf einmal vier Pakete hintereinander ohne Nachnahmegebühren. Da war die Freude groß, die haben es endlich geschafft uns als Kunde zu registrieren. Juchhu! Die Freude war aber nicht von langer Dauer. Denn wie gesagt, vier Pakete kamen ohne Nachnahme, danach konnten wir wieder beim Fahrer in bar bezahlen. Die Gebühren für die vier Pakete wurden nach einigen Wochen dann auch von unserem Geschäftskonto abgebucht. Eine Rechnung haben wir nicht erhalten. Nach einer weiteren Woche fragte ich dann mal per Telefon nach. Die Telefonnummer der Buchhaltung hatte ich von alten Rechnungen und eine Kundennummer hatten wir ja nun auch. Als erstes habe ich erfahren, dass die Rechnungen schon von zwei Wochen abgeschickt wurden. Mit einem privaten Zustelldienst. Offensichtlich wohl auch nicht der zuverlässigste. Denn innerhalb von zwei Wochen sollte ein Brief ja schon zugestellt sein. Egal, die Rechnungen haben wir dann doch noch per E-Mail erhalten und zukünftig zahlen wir ja wieder in bar. Dann bekomme ich wenigstens vom Fahrer eine Barquittung.

Wenn man auf solche Geschäftspartner angewiesen ist macht die Arbeit oftmals keinen Spaß. Zumal man teilweise mehr mit administrativen Aufgaben beschäftigt ist als sich um seine Kunden kümmern zu können. Da bevorzuge ich europäische Geschäftspartner. Bei denen klappt immer alles reibungslos.

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