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Praxiserfahrungen mit Paypal

Wenn man als Betreiber eines Onlineshops die Zahlungsmöglichkeiten der Kunden einrichtet, kommt man heutzutage um Paypal nicht herum. Die Zahlung ist schnell abgeschlossen, es besteht Käuferschutz, man kann den Betrag (oder Teilbeträge) kostenlos rücksenden und vieles mehr. Für mich als Händler für Reitsportzubehör ist natürlich auch wichtig, dass ich eine Bestätigung von Paypal erhalte, wenn der Kunde bezahlt hat. Denn dann kann ich die Ware versenden.
Die Praxis sieht leider nicht immer so rosig aus, wie es uns die Werbung suggeriert. Das erste Problem hatte ich, als mir Paypal mitteilte, eine Kundenzahlung wäre eingegangen und ich könne die Ware verschicken. Zum Glück bin ich ein vorsichtiger Mensch und schaue immer erst noch einmal auf das Paypal-Konto. Und siehe da, die Zahlung des Kunden war noch nicht auf meinem Konto gutgeschrieben. Nachdem ich weit über eine Stunde mit den Hilfeseiten von Paypal verbracht hatte, gab ich es auf und kontaktierte den betreffenden Kunden. Da die Ware sowieso eine Lieferzeit von 4 Wochen hatte, haben wir einfach so lange gewartet, bis dem Kunden sein Geld zurück überwiesen wurde. Danach hat er dann einfach eine Banküberweisung ausgeführt.
Nunja, fand ich (und auch der Kunde) nicht ganz so toll, aber „kann ja mal passieren“. Obwohl in Geldsachen so etwas nicht passieren sollte. 😉
Aber mein zweites Erlebnis mit Paypal ist noch viel schlimmer. Ich muss aktuell schnellstens an einen Großhändler eine größere Summe anweisen. Der Großhändler schlug vor, die Zahlung per Paypal abzuwickeln. Also habe ich erst einmal von meinem Girokonto auf das Paypalkonto den Betrag überwiesen. In Deutschland (und sogar innerhalb von Europa) brauchen Überweisungen heutzutage nicht mehr als 24 Stunden. Leider ist Paypal noch nicht auf der Höhe der Zeit angekommen, die brauchen nämlich grundsätzlich 3 Tage. Da drängt sich der Verdacht auf, dass mit unserem Geld Zinsen erwirtschaftet werden. Noch schlimmer ist es allerdings, wenn das Geld gar nicht ankommt. So geschehen bei mir. Ich bekam zwar eine Email, dass die Zahlung eingegangen sei, auf dem Konto wurde der Betrag leider nicht gut geschrieben.
Nach meinen Erfahrungen vom ersten Mal, wollte ich mich nicht wieder mit der schlechten Onlinehilfe begnügen, sondern habe die gebührenpflichtige Hotline angerufen. Jedem der das mal vorhat, kann ich nur gute Nerven wünschen. Erst einmal hat es fast 3 Minuten gedauert, bis mich der Computer mit einem Mitarbeiter verbunden hat. Immer wieder kam die Ansage, ich solle doch bitte eine der Nummerntasten betätigen. Leider unterstützt mein Telefon diese Funktionen nicht. Und leider bemerkt Paypal das nicht und besteht auf die Eingabe. Als ich endlich einen Menschen an der Strippe hatte, war ich eigentlich schon bedient.
Nun gut, die Dame war zumindest sehr nett. Helfen konnte Sie mir allerdings nicht. Sie hat zwar fast 25 Minuten versucht mir zu helfen, aber leider ohne Erfolg. Dafür bat Sie mich, im Kundenbereich von Paypal eine Kopie meines Ausweises und einen Ausdruck des Überweisungsscheines hochzuladen. Zusätzlich sollte ich an eine bestimmte Emailadresse den Sachverhalt noch einmal schriftlich formulieren, und dann würde sich die zuständige Abteilung darum bemühen mein Geld wiederzufinden. Auf meine Frage, wie lange das Ganze denn dauern könne (zur Erinnerung, mein Großhändler wartet auf das Geld, vorher schickt er die Ware nicht raus, auf die ich wiederum warte), antwortete die nette Dame das könne bis zu 10 Tage dauern, sie hoffe aber auf 1-2 Tage.
Egal wie die Angelegenheit ausgeht, aus diesen beiden Erfahrungen, kann ich jedem nur von der Nutzung von Paypal abraten. Solange alles funktioniert ist jeder zufrieden. Wenn etwas schief läuft, steht der Kunde im Regen, hat neben dem Ärger auch noch den Aufwand seinem eigenem Geld hinterher zu laufen.
Eine große Bitte an meine Kunden: Bitte nutzen Sie Paypal NICHT. Überweisen Sie den Rechnungsbetrag wie früher üblich per Banküberweisung. Die ist heutzutage innerhalb von 24 Stunden beim Empfänger. Und Sie sparen sich und dem Empfänger ein paar Jahre seiner Lebenserwartung, falls etwas schief läuft.

Nachtrag vom 05.12.2010:
Bitte beachten Sie die aktuelle Diskussion zum Boykott von Paypal und Amazon.

Und noch ein paar Links zum Thema:
NDR Markt
onlinemarktplatz.de
NDR Markt bei youtube

1 Kommentar

  1. Flora:

    Vielen Dank für diesen Artikel über Paypal. Mir ist auch schon einiges mit Paypal passiert und es ist einfach unglaublich, wie dieses System verwaltet wird. Es ist nämlich rein computergesteuert und kann nicht beeinflusst werden. D.h. wenn eine Bezahlung bei einem Paypalkonto nicht in den statistischen Rahmen dieses Kunden passt, kann es sein, dass das Konto einfach mal für bis zu zwei Wochen blockiert wird (ist meinem Freund bei Ebayeinkäufen mehrere Male passiert). Und die netten Menschen bei Paypal haben leider absolut keinen Einfluss auf das System, was man aber erst nach mehreren Stunden am Telefon erfährt…

    Bitte boykottieren!!!! So ein System muss man nicht unterstützen!!!

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