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Sprachbarrieren in der medizinischen Versorgung

Der Aufhänger für diesen Beitrag liegt mal wieder in der Onlineausgabe der Bild. Bitte nicht falsch von mir denken – hier lese ich praktisch ausschließlich die „lustigen“ Überschriften. Für richtige Informationen nutze ich lieber Stern, Focus sowie Spiegel. Wie auch immer, bei der Bild ist mir die Überschrift „Ausländische Ärzte sollen zum Deutsch-Test“ aufgefallen.

Spontan viel mir da mein Erlebnis im letztem Herbst ein. Und zwar wurde ich beim Trennen von zwei sich raufenden Hunden (einer davon war meiner) gebissen. War nicht weiter tragisch, praktisch nur vier Zahnabdrücke im Handrücken sowie auf der anderen Seite der Hand. Der (fremde) Hund hat sofort wieder losgelassen, weder er noch ich haben rumgezerrt, so dass meine Hand nur punktiert war. Blutete aber trotzdem leicht.

Zwar hatt ich noch über ein Jahr Impfschutz bin aber vorsorglich mal in unser Dorfkrankenhaus gefahren. Dort kümmerte sich auch direkt (vielleicht weil ich Privatpatient bin?) eine sehr nette, engagierte und kompetente Krankenschwester um die Erstversorgung. Zuerst einmal kam meine Hand komplett in ein desinfizierendes Bad. Und während meine Hand langsam begann aufzuweichen kam auch schon der behandelnde Arzt. Schon bei der Begrüßung bemerkte ich seine sprachliche Zurückhaltung. Er konnte sich zwar im Umgangsdeutsch einigermaßen verständigen, aber als er am Computer diverse Angaben machen musste war „Schluß mit Lustig“. Das hat Ihm dann die Krankenschwester diktiert bzw. nachdem ihr das zu lästig wurde hat sie dann einfach die Daten eingepflegt. Die Erklärung, was mit meiner Hand los sei, wie man weiter vorgehen sollte usw. hat bei der Gelegenheit dann auch noch die nette Schwester übernommen. Letztendlich habe ich von Ihr dann auch noch die Impfung erhalten. Mein gedankliches Fazit nach diesem Krankenhausbesuch: Schwestern (und Pfleger) sind die besseren Ärzte.

Jetzt verstehen Sie wahrscheinlich auch, warum ich bei der Überschrift in der Bild hellhörig wurde. Das Problem liegt aber nicht nur bei den Ärzten. Auch Pflegepersonal wird ja mittlerweile in einem hohen Maße aus dem Ausland geholt. Da dürften dann wohl die gleichen Sprachprobleme auftreten.

Ich bin weder politisch rechts noch jemand der Thekenparolen gut findet. Aber in diesem Fall muss ich ja wirklich mal meckern und folgende Fragen stellen.
Warum holen wir uns ausländisches Personal nach Deutschland?
Sind wir nicht in der Lage unsere eigenen Kinder entsprechend auszubilden?

Offensichtlich nicht! Hier ein paar Fakten:

Jugendlichen und Kinder werden teilweise mit bis zu 40 Kindern in einer Klasse unterrichtet. Da kann dann auf einzelne Kinder nicht richtig eingegangen werden kann, die Schulbildung geht den Bach runter (siehe Pisastudie).
Kinder im Kindergarten, der Grundschule und sogar noch in der weiterführenden Schule haben größte Schwierigkeiten sich in unserer Muttersprache (Deutsch) zu verständigen. Wie kann man solche Kinder einschule? Die bremsen dann ab einer bestimmten Anzahl die ganze Klasse aus und am Ende hat niemand etwas vernünftiges gelernt.
Oder der unfähige Rektor einer in der Nähe liegenden Hauptschule. Auf erhebliche Verunreinigungen in näherer Umgebung der Schule angesprochen ist dieser hochbezahlte Staatsdiener nicht in der Lage erzieherisch auf seine Schüler (und sein Kollegium) einzuwirken.
Unter dem Deckmantel der Chancengleichheit kann jeder auf dem zweiten Bildungsweg ein Studium absolvieren. Das da vielfach die notwendigen Grundlagen fehlen und es dann während der wissenschaftlichen Ausbildung Probleme gibt wundert nicht unbedingt. Ich habe mal eine Bewerbung eines Akademikers (zweiter Bildungsweg) erhalten, die bereits im Anschreiben auf einer Din A4 – Seite in jedem Satz einen bis drei Fehler unterbrachte.
Weitere Beispiele spare ich mir jetzt, sonst wird der Beitrag zu lang.

Mein Vorschlag zur Lösung des Problems: Steckt endlich mehr Gelder in die (schulische) Ausbildung unserer Kinder.

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