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Zeitungsabo durch Drückerkolonnen

Jeder hat es sicherlich schon einmal (oder auch mehrmals) erlebt, das irgendwelche Vertreter vor der Haustür stehen. Einerseits habe ich wirklich Mitleid mit den Leuten, die gezwungen sind auf diese Art und Weise Ihr Geld zu verdienen. Andererseits ärgere ich mich regelmäßig, wenn dieser Vertreter auch noch aufdringlich oder sogar frech werden.
So letztens bei mir geschehen. Ein dunkelhäutiger Mann (schreibt man das so?) klingelte an meiner Haustür und wollte mir ein Zeitschriftenabo verkaufen. Der junge Mann machte einen recht gepflegten und auch netten Eindruck. Daher habe ich mich ausnahmsweise mal auf ein Gespräch mit Ihm eingelassen. Er erzählte mir eine nette Geschichte (ob sie stimmt sei mal dahin gestellt) nach der er mit dieser Tätigkeit sein Studium finanziere. Auf meine Anmerkung, das er ja schlecht studieren könne, wenn er berufstätig ist, brachte Ihn schon etwas ins schwimmen. Bei der Frage nach seinem Studienfach kam er auch etwas ins stottern. Normalerweise können Studenten schon Ihre Fakultät spontan nenne.
Aber ich wollte dem junge Mann nichts unrechtmäßiges unterstellen und blieb weiter gelassen und freundlich. Allerdings habe ich Ihm dann auch klar und deutlich gesagt, das er bei mir keinen Verkauf realisieren werde. Mein Argument (und übrigens auch die Wahrheit) bestand darin, dass ich täglich unterwegs bin und meine Zeitschriften beim befreundeten Kioskbetreiber um die Ecke erwerbe. Nach einigen Rückfragen seinerseits, die ich immer noch korrekt und freundlich beantwortete, merkte er wohl doch so langsam, das bei mir nichts zu holen ist.
Also verabschiedete ich mich freundlich von Ihm und wolle schon zurück in meine Wohnung. Und da, bereits im weggehen, machte er den absoluten Kardinalfehler. Er meinte, eigentlich mehr zu sich selbst, „Sie kaufen ja nur keine Zeitschrift bei mir, weil ich ein Farbiger bin“.
Ich habe wirklich keine Vorurteile gegen niemanden. Um so stärker hat mich diese aus der Luft gegriffenen Anschuldigung getroffen. Und dementsprechend habe ich (etwas lautstark) reagiert. Zum Glück hat der junge Mann sofort den Ernst der Lage erkannt und sich so schnell wie möglich aus dem Staub gemacht. So eine Unverschämtheit!

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