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Zimmerpflanzen aus Küchenabfällen

Jeder Herrscher der Küche, der auch einen eigenen Komposter hat, ist es schon einmal passiert. Man wirft Kartoffelschalen auf den Kompost und ein paar Wochen später hat man eine Kartoffelpflanze. Aus Schalen gezogen bringt die Pflanze zwar keinen großen Ertrag (oder auch gar keinen) aber es ist eine vollwertige Kartoffelpflanze.
Ich meine hier aber mehr die tropischen Pflanzen. In erster Linie denkt man da an alle die Früchte, die Kerne oder Steine enthalten. Es geht aber auch anders.
Ananas: Die Ananas ist sehr einfach zu ziehen. Einfach von der frischen Ananas das grüne Blattbüschel abschneiden. Es sollte nicht nur das grüne abgeschnitten werden, sondern praktisch die oberste Kappe der Ananas inklusive der Blätter. In dem noch vorhandenen Fruchtfleisch bilden sich nämlich die Wurzeln. Die Pflanze ist sehr haltbar, dekorativ und soll sogar eigene Früchte hervorbringen. Ich habe mehrere Ananaspflanzen im Wintergarten über Jahre gepflegt. Über eine Frucht konnte ich mich nie erfreuen. Auch der Tipp, einen Apfel zur Pflanze zu legen um die Blüte anzuregen, hat nicht geholfen. Aber trotzdem, eine schöne Pflanze.
Avocado: Eine Zeitlang war es ja schon fast Mode, einen Avocadostein einzupflanzen. Das geht vollkommen problemlos. Entweder den Stein ins Wasserglas (mit Wasser gefüllt) oder direkt in die Erde. Eine ziemlich sichere Sache. Allerdings sind Avocadopflanzen relativ empfindlich. Sobald sie zu wenig Sonne oder Wasser erhalten, schmeißen sie die Blätter ab. Sie bekommen zwar oben neue Blätter, aber der Stamm sieht doch recht kahl aus. Ich habe es mal mit Mühe und Not im Wintergarten geschafft eine Avocado auf 3 Meter zu ziehen. Eine Schönheit war diese Pflanze nicht. Aber der Aufwand ist recht gering, so das man es einmal ausprobieren kann.
Dattelpalme: Die Dattelpalme kann man aus den Kernen der getrockneten Datteln ziehen. Die Kerne benötigen eine relativ hohe Temperatur (also im Sommer machen) und relativ lange Zeit bis zum keimen. Danach hat man eine sehr schöne Zimmerpalme. Meine ist mittlerweile 8 Jahre alt und schätzungsweise einen Meter hoch.
Ingwer: Eine Ingwerwurzel in die Erde gesteckt und schon nach ein paar Wochen hat man eine kleine Ingwerpflanze. Das Rhizom bildet sich sogar weiter und kann verzehrt werden. Ich habe allerdings mit Ingwer wenig Erfolge erzielt, da die Pflanzen immer etwas dürr aussahen.
Diverse: Von den im folgenden aufgezählten Pflanzen kann man einfach die Kerne in die Erde stecken und warten bis sie keimen. Im Grund keine besonderen Probleme. Einfach mal ausprobieren. Granatapfel, Kaki, Karambola, Litschi, Mango, Melonen, Papaya, Passionsfrucht und nicht zu vergessen die Zitrusfrüchte Apfelsine, Zitrone, Mandarine und Pampelmuse.
Abraten kann ich bei dieser Gelegenheit nur von den Feigen und den Erdnüssen. Die Erdnüsse im Handel sind leider alle geröstet. Da keimt natürlich nichts mehr. Und Feigen aus Kernen zu ziehen bringt ebenfalls nichts, da die Feigen mittlerweile ohne Kerne gezüchtet werden. Wer wirklich Spaß an einem Feigenbaum hat, sollte sich einen kleinen Baum im Handel besorgen oder von einem guten Freund einen Ableger erbitten. Falls Sie den Feigenbaum im Garten kultivieren möchten (die sind mittlerweile sogar so winterhart, dass sie unsere Breiten überleben), verabschieden sie sich schon mal von dem Gedanken Früchte zu ernten. Ich habe seit mehreren Jahren einen Feigenbaum im Garten. Den Winter übersteht er immer recht gut. Leider ist die Vegetationsphase in unseren Breiten zu kurz um Früchte reifen zu lassen. Ich habe jetzt einen frischen Steckling, mit dem ich es mal im Wintergarten probieren werde.
Viel Spaß beim ausprobieren!

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