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Grand Prix schafft sich ab

Die Überschrift habe ich bewusst etwas provokant gewählt. Der Grand Prix 2010 war für Deutschland ja der absolute Kracher. Insofern muss man ja vor Stefan Raab wirklich den Hut ziehen. Er hat es ja nach langen Jahren der Abstinenz, wo Deutschland auf den unteren Plätzen landete, endlich geschafft uns mal wieder nach vorne zu bringen. Um so erstaunlicher, wenn man sich die Qualität unseres Beitrages ansieht. Aber wie heißt es so schön: unter den Blinden ist der Einäugige der König.
Das er auch am nächsten Grand Prix teilnehmen will ist ja eigentlich nur eine logische Konsequenz. Seit 2000 ist er ja regelmäßig vertreten und macht natürlich weiter. Es geht ja nicht nur um Geld, sondern auch darum, den Bekanntheitsgrad zu erhalten bzw. zu steigern. Ob es dabei aber notwendig ist den Titel mit der gleichen Sängerin Künstlerin Interpretin zu verteidigen ist sicherlich fraglich. 2010 haben wir mit dem Kleinmädchenimage der Interpretin punkten können. So ähnlich wie damals mit Nicole. Ob das allerdings direkt ein Jahr danach wieder funktioniert wage ich zu bezweifeln.
Aber wer ist denn auf die Idee gekommen, in der Vorausscheidungssendung „Unser Song für Deutschland“ Lena gegen sich selbst antreten zu lassen. Schön und gut das der Zuschauer die Wahl hat. Aber das seine Interpretin in den beiden Halbfinalshows jeweils 6 Lieder vortragen soll bringt ja offensichtlich nicht nur mich zum überlegen. Es sollen ja auch noch andere Sänger auftreten. Aber die geballte Kraft von 12 Stücke mit einer Interpretin, dass ist doch wohl ein wenig schräg und auch mit dem Lolitaerfolg 2010 nicht zu begründen.
Aber keine Bange, Stefan Raab ist bestimmt schlau genug um auch noch auf ein paar andere Pferdchen zu setzen. Wenn es seine Kleine von 2010 diesmal nicht schafft, ist er eben mit jemand anderen in …… wo es stattfinden soll wissen wir ja noch nicht. Im Gespräch sind Hamburg, Hannover, Berlin und noch ein paar Städte. Schauen wir mal, was sich so ergibt. Solange wir uns nicht international blamieren soll es mir egal sein.
Apropos blamieren. Blamiert hat sich ja zuallererst die ARD. Denn das Raab-Engagement für den Songtest der Eurovision kann man ja sicherlich als Eingeständnis interpretieren, dass die ARD über Jahrzehnte den Grand Prix in Deutschland vermurkst haben. Und wenn man sich erinnert, wie die Bilder und Videos vom fahneschwingenden Raab durch alle Kanäle ging. Da hätte sich die ARD endlich mal beim jüngeren Publikum profilieren können. Nee, dass haben Sie dann lieber dem Herrn Raab geschenkt. Wenn ich Verantwortlicher bei der ARD wäre, würde ich mich schwarz ärgern. So gönne ich Stefan Raab seine gut gemachte Öffentlichkeitsarbeit.
Apropos Verantwortliche der ARD. Ist denen eigentlich klar, dass sie mit Stefan Raab jemanden puschen, der sich jahrelang über die öffentlich-rechtlichen Sender lustig gemacht hat? Zum Dank kann er jetzt noch den Vorentscheid 2011 medienwirksam für sich nutzen.

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