jagato.de – Dies und Das

Hinweise zum Umgang mit Pferden (für Nichtreiter und Passanten)

Den Umgang mit Hunden, Pferden und allen möglichen anderen Tieren bin ich von frühester Kindheit an gewohnt. Leider haben aber nicht alle Menschen die Möglichkeit von Kindheit an den Umgang mit Tieren zu erlernen. Viele Dinge im Umgang mit Tieren, die für mich ganz selbstverständlich sind, können andere Menschen nur schwer nachvollziehen oder verstehen es gar nicht. Daher habe ich mir vorgenommen hier mal ein paar kurze aber praktische Tipps für den Umgang mit Pferden zu geben.

Der typische Fall für gegenseitiges Unverständnis ist die Begegnung zwischen Passanten und Reitern in Wald oder auf dem Feldweg. Ich persönlich habe die Feststellung gemacht, dass es meist bei ängstlichen Menschen Probleme gibt.

Dieser Menschentyp ist sehr vorsichtig, fast übervorsichtig und entsprechend ängstlich. Das ist aber im Grunde gar nicht notwendig. Denn normale, sozialisierte und erzogene Pferde sind (genau so wie Hunden auch) nicht aggressiv. Daher ist besondere Vorsicht auch nicht geboten. Man sollte allerdings nicht frontal auf Pferde zugehen und bei fremden Pferden auch einen gewissen Sicherheitsabstand halten. Eigentlich sollte das fast selbstverständlich sein. Denn Sie persönlich mögen es sicherlich auch nicht, wenn Ihnen wildfremde Menschen im Wald auf die Pelle rücken und Sie gar angrabschen wollen. Daher gilt als erste Regel: Kein Pferd einfach mal so anfassen!

Des weiteren sollte man nicht frontal auf ein Pferd zugehen. Dies fassen Pferde als äußerst unhöflich auf, meist sogar als aggressiven Akt. Besser sie gehen in einem kleinen Bogen auf das Pferd zu oder steuern auf einen Punkt neben dem Pferd zu. Daher auch niemals frontal vor einem Pferd stehen bleiben sondern besser schräg daneben.

Bedenken Sie bitte auch immer, dass Pferde Fluchttiere sind. Bereits das Knacken eines Zweiges kann ein unruhiges oder ängstliches Pferd zur Flucht verleiten. Und dann geht die Post ab. Insbesondere wenn es mehrere Pferde sind, veranlaßt das Herdenverhalten dann alle Pferde zum Rennen. Daher unterlassen Sie es bitte tunlichst solche Aktionen wie Stöckchen werfen für Ihren Hund, wenn sich ein Pferd in Ihrer Umgebung aufhält. Auch alles andere, was mit schnellen oder plötzlichen Bewegungen oder Geräuschen verbunden ist sollten Sie tunlichst vermeiden.

Also noch mal kurz und knapp eine Zusammenfassung:
Keine schnellen, lauten Bewegungen oder Geräusche, keine Rumschreierei oder Rumgehampel, das Pferd nicht angrabschen, tätscheln oder gar schlagen. Wenn Sie diese einfachen Grundregeln beherzigen kann im Grunde schon mal nicht viel schief gehen.

An dieser Stelle möchte ich aber auch noch eine Entwarnung aussprechen. Viele Leute reagieren ängstlich, fast panisch auf Begegnungen mit Pferden. Auch das ist nicht notwendig. Bleiben Sie einfach ruhig stehen und gehen (falls möglich) einen kleinen Schritt zur Seite. Vernünftige Reiter (es gibt leider auch dumme, rücksichtslose Reiter) werden langsam an Ihnen vorbeireiten und Sie freundlich Grüßen. 😉

Wenn die ersten Begegnungen mit Pferden gut verlaufen sind, lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten lässig oder unvorsichtig zu werden. Solch ein Pferd ist schon alleine auf Grund der Größe und des Gewichtes ein potentiell gefährliches Tier. Denn wenn Sie von einem Tier, welches rund 500 KG (oder auch mehr) auf die Waage bringt, einfach nur versehentlich angerempelt werden, kann dies schon zu ernsthaften Verletzungen führen. Ein Pferd hat einmal an unserem Firmenwagen (wir sind als Hufpfleger tätig) im Vorbeigehen leicht den Außenspiegel berührt. Da war sofort ein komplett neuer Spiegel fällig. Wie gesagt, alleine die Größe und das Gewicht sollten einem zu einem durchdachten Umgang mit den Tieren veranlassen.

Vielleicht noch ein letztes, kurzes Wort zur Körpersprache. Pferde haben (so wie auch Hunde) eine sehr ausgeprägte Körpersprache. Die kann ich Ihnen hier nicht „mal eben“ erklären. Aber als kleiner Tipp sollten Sie mal die Ohren der Pferde im Auge behalten. Zum einen drehen sich die Ohren in die Richtung, aus der potentiell gefährliche Geräusche kommen. Zum anderen zeigen Pferde oftmals durch das Drehen der Ohren nach hinten an, dass Sie sauer sind und eventuell aggressiv reagieren. Wenn also ein Pferd die Ohren nach hinten gedreht hat und sogar etwas anlegt muss das nicht unbedingt eine Drohung sein die an Sie persönlich gerichtet ist, kann aber so sein. Vorsicht und ein wenig mehr Abstand zum Tier können in solch einem Fall bestimmt nicht schaden.

Und für die Pferdehalter unter uns habe ich hier noch einen interessanten Link: UllrichEquine – Ihr Experte für Pferdenahrungsergänzungsmittel

Noch keine Kommentare.

Kommentar hinterlassen

*wird nicht angezeigt

XHTML erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>