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Müllvermeidung statt Recycling

Der beste Umweltschutz besteht im Vermeiden von Müll. Alle reden davon die Umwelt zu schonen und sammeln und trennen wie die Blöden. Da wird nicht nur Glas in verschiedenen Farben sortiert, sondern auch Papier gesammelt und sogar kompostierbare Abfälle. Aber ist das eigentlich sinnvoll, was wir alle da täglich machen?

Insbesondere beim Sammeln von Glasbehältern ist das Potential zur Müllvermeidung enorm. Wir haben in unserem 2-Personenhaushalt im Monat etwa 5 Glasbehälter, die in den Sammelcontainer wandern. Durch (nicht immer) konsequente Müllvermeidung ist das gar kein Problem. Unsere Getränke kaufen wir zu 99 % in Mehrwegflaschen. Neben der enormen Müllvermeidung kommt dieses System auch meiner Faulheit zugute. Denn bevor ich mich bei jedem Einkauf zusätzlich mit schweren Getränkebehältern abschleppe, kaufe ich lieber ab und an einen ganzen Kasten. Da habe ich auf einen Schlag 12 Flaschen und brauche diese noch nicht einmal einzeln zu schleppen. Der Kasten ist da recht bequem. Und bei Getränken ohne Alkohol kann man meist noch auf die wesentlich leichteren Kunststoffflaschen zurückgreifen. Dieses System der Müllvermeidung führt dazu, dass wir nur noch ab und an ein leeres Glas (Marmelade oder Senf) oder auch mal eine leere Flasche (Rum oder Wein) für den Sammelbehälter haben.

Das nächste Müllproblem ist ein bisschen schwieriger zu umschiffen. Nämlich die wirklich tollen und aufwendigen Verpackungen unseres täglichen Bedarfs. Solange der gelbe Sack bzw. die gelbe Tonne noch nicht mit Gebühren belastet ist (wird aber m.E. sicherlich irgendwann kommen) ist es keine finanzielle Belastung. Obwohl, Sie erinnern sich noch an den gelben Punkt. Der wird auf den Kaufpreis umgeschlagen. Das sind zwar nur Centbeträge, aber die läppern sich.
Man hat fast den Eindruck, als wenn seit Einführung des gelben Punktes die Verpackungsflut erst noch so richtig zugenommen hat. Jetzt braucht ja auch niemand mehr ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Industrie und der Einzelhandel haben die Verantwortung an die Betreibergesellschaft des gelben Punktes abgegeben. Und der Kunde hat kein schlechtes Gewissen mehr, weil er den Verpackungsmüll ja ordnungsgemäß über die gelbe Tonne entsorgen kann.
Aus diesem Dilemma kommt der umweltbewußte Verbraucher schlecht heraus. Wie soll man hier vernünftig Müll vermeiden. Eine Möglichkeit besteht darin, die Umverpackungen direkt im Geschäft zu lassen. Manchmal geht das auch. Aber jetzt mal ehrlich, wer stellt sich nach dem Einkauf vor den Laden hin und packt seine Einkäufe aus. Zumal sich der Transport nach Hause beim ein oder anderen Artikel ohne Umverpackung sicherlich schwierig gestalten dürfte. Eigentlich gibt es nur die Möglichkeit, bereits beim Einkauf darauf zu achten, Produkte mit wenig Verpackung zu erwerben.

Dann gibt es ja noch die kompostierbaren Abfälle. Diese werden mittlerweile ja über die braune Tonne separat entsorgt. Auf Grund der wenig umweltschädigenden Einflüsse besteht hier im Grunde wenig Handlungsbedarf. Man könnte zwar einen Komposter im eigenen Garten (sofern vorhanden) aufstellen, der Effekt für die Umwelt dürfte sich allerdings auf Null belaufen. Den alten Kartoffelschalen ist es egal, ob sie auf dem Komposter im Garten oder beim städtischen Betriebshof vergammeln. Da in den meisten Städten die braune Tonne (zu Anfang noch kostenlos) mittlerweile Gebühren kostet, kann man mit einem Komposter im Garten allerdings einiges an Geld sparen. Und man erhält kostenlos guten Humus für den eigenen Garten. Schwierig wird es da nur zu Stoßzeiten im Herbst (größere Laubmengen) oder Sommer (Rasenschnitt).

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