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REWE als Ausbeuter

Jetzt muss ich mich doch mal wieder als großer Kritiker betätigen. Zuviel ist während der letzten Tage passiert, was man als normal denkender Mensch nur mit einem Kopfschütteln quittieren kann. Daher gibt es jetzt auch direkt drei Beiträge von mir.

Zuerst einmal der krasse Fall einer jungen Frau, die bei REWE in Bochum als Praktikantin tätig war. Hintergrund war, dass Ihr dort ein Ausbildungsplatz in Aussicht gestellt wurde. Durchaus verständlich, dass der Einzelhandelsbetrieb die zukünftige Azubine ein bisschen besser kennenlernen wollte. Insbesondere während der praktischen Arbeit.

Als ehemaliger Ausbilder und Ausbildungsleiter kann ich den Wunsch des Verantwortlichen bei REWE durchaus verstehen. Auch ich habe meine zukünftigen Azubis Probearbeiten lassen. Das ist für beide Seiten (also auch für den zukünftigen Azubi) sehr vorteilhaft, da man bereits vor Ausbildungsbeginn viele Dinge offensichtlich werden und man im Notfall, falls es von einer Seite doch nicht so klappt wie gewünscht, doch noch nach einem anderen Bewerber bzw. Ausbildungsplatz Ausschau halten kann.

Wie gesagt, prinzipiell eine gute Idee. Nicht aber, wenn sich das Praktikum über acht Monate hinzieht, täglich zwischen 7 und 10 Stunden gearbeitet wird und das ohne irgendeine Gegenleistung. Das hat auch das Gericht so gesehen. Zuerst boten die Richter einen Vergleich an (machen die sehr gerne, brauchen Sie keine Entscheidung treffen, der Fall ist vom Tisch und die Schreibarbeit erledigt ein Rechtspfleger). Zum Glück für die junge Dame ist REWE allerdings nicht darauf eingegangen. 13.000 € waren denen wohl zu viel für 1728 Stunden. Damit Sie jetzt nicht den Rechner zücken müssen, das ist ein Stundenlohn von ca. 7,50 €. Nicht gerade viel. Ist nicht im Moment eine Diskussion im Gange bezüglich Mindestlohn von 8,50 €? Naja, wie gesagt, war REWE zu viel. Also hat der „arme“ Richter doch noch ein Urteil sprechen müssen. Jetzt soll Sie 17.000€ erhalten. Das kommt dann auf einen Stundenlohn von 9,80€. Naja, damit kann Sie sicherlich leben.

Zum Schluss sei mir noch eine Bemerkung erlaubt. REWE sollte sich schämen. Bei einem absoluten Billigdiscounter der wirklich mit jedem Cent rechnet hätte ich ja zumindest noch einen Ansatz von Verständnis aufbringen können. Bei dem hochpreisigen REWE, wo teilweise die Ware Ihr Geld nicht wert ist, fehlt mir allerdings jedes Verständnis für solche Ausbeutermethoden. Aber solche Praktiken sind bei REWE wohl üblich. Ich zum Beispiel kaufe schon lange nicht mehr bei REWE ein, da man unter dem speziellen Licht die Qualität bei Obst und Gemüse nicht erkennen kann und die Verkäuferinnen an der Fleischtheke unsere REWE-Marktes vollkommen inkompetent sind. Jetzt habe ich noch einen Grund, bei REWE nicht einzukaufen.

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