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Schäuble fällt mal wieder auf und das Bundestagspräsidium ebenso

Aktuell ist jetzt ja mal so, dass unser Bundesminister für Finanzen (Finanzminister Schäuble) negativ aufgefallen ist. Obwohl, eigentlich ja zum zweiten Male. Das erste Mal, als er im November 2010 seinen Pressechef Michael Offer vor laufenden Kameras bloß stellte. Naja, Schnee von gestern. Obwohl sein damaliges Benehmen schon einiges über seinen (negativen) Charakter aussagte. Insbesondere für einen Minister vollkommen daneben. Im Umgangsdeutsch würde man sagen, er ist ein Ar****och. Und wo wir gerade beim Schnee von Gestern sind. Aus der Spendenaffäre von 1994 ist meines Wissens nach immer noch nicht so richtig klar, ob jetzt 100.000 DM oder 200.000 DM von Herrn Schreiber in bar über den Tisch gingen. Die Staatsanwaltschaft Berlin konnte ja keine hinreichende Tatbestandsverwirklichung für eine Anklage feststellen. Der Volksmund würde da wohl sagen: Glück gehabt!

Diesmal viel er nur dadurch auf, dass er während einer Bundestagsdebatte Sudoku spielte. Naja, ein Finanzminister sollte schon mit Zahlen umgehen können (wenn er schon nicht mit Menschen umgehen kann). Aber das kann man doch auch anders und vor allen Dingen woanders üben. Andererseits sollte man nicht, nur weil er in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er kein gutes Benehmen hat, ungerecht werden. Denn im Grunde spielen ja viele Mitarbeiter während der Arbeitszeit am Computer. Was ich diesbezüglich schon erlebt habe ist schon recht heftig. Sogar heutzutage sehe ich noch regelmäßig einen ehemaligen Arbeitskollegen während der Arbeitszeit bei Facebook zocken. Naja, wenn der Chef es durchgehen läßt. Als Minister hat man in diesem Sinne keinen Chef. Um so wichtiger die Selbstdisziplin.

Was mich an der Angelegenheit aber am meisten stört, ist der Maulkorb (Zensur), den das Bundestagspräsidium der Presse auferlegt hat. Das Bundestagspräsidium verweist einfach auf die Hausordnung, nach der „Die unautorisierte Ablichtung persönlicher Unterlagen in der Weise, dass diese lesbar sind, ist untersagt.“. Denn als die Hausordnung irgendwann mal ins Leben gerufen wurde, hatte man bestimmt im Sinne geheime Informationen zu schützen. Das mit solch einer faden Ausrede ein Minister geschützt werden soll zeigt mal wieder die Wahrheit, die im Volksmund liegt. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Stimmt!

Und der ARD wurde auf diese Weise verboten das betreffende Video nicht mehr zu zeigen und auch online nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Tja Herr Minister, da haben Sie ja noch mal Glück gehabt. Und das sich Herr Schäuble auch noch jeden erklärenden Kommentar zu dieser Angelegenheit erspart wirft auch kein gutes Licht auf Ihn und das durch Ihn geführte Ministerium. Michael Offer kann sich eigentlich nur freuen, dass er nicht mehr der Pressechef ist. Solche Peinlichkeiten machen sicherlich keinen Pressesprecher froh. Insbesondere nicht, wenn man solch einen Chef hat.

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