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Seitan – Glutenfleischersatz nicht zu empfehlen

… und alle andere eigentlich auch nicht.

Aber mal der Reihe nach. Alle Nase lang stelle ich hier ja das ein oder andere Rezept vor. Manchmal weil es sehr leicht zuzubereiten ist. Manchmal weil es besonders gut schmeckt. Manchmal möchte ich auch einfach auf etwas hinweisen, wie z.B. darauf, dass man nicht immer zu Fertigprodukten greifen muss. Beispielsweise kann man Kartoffelpüree leicht selber herstellen, schmeckt besser und ist wahrscheinlich gesünder und auch billiger als das Fertigpulver aus der Tüte.

Aktuell kaufe ich aus ethischen Gründen bevorzugt Biofleisch und bin ebenso darauf bedacht unseren Fleischkonsum etwas herunterzuschrauben (gar nicht so leicht, wenn man einen Hund hat 🙂 ). Und da bin ich im Internet auf Seitan aufmerksam geworden. Das wird auf vielen Internetseiten als sehr guter, wohlschmeckender Fleischersatz gepriesen. In Japan und China wird Gluten ja schon sehr lange traditionell benutzt. Eine japanische Firma hat in den 1960’er Jahren das Produkt unter der Bezeichnung Seitan kommerziell produziert und sogar nach Amerika exportiert. Lange Rede kurzer Sinn: Das sollte man doch mal antesten. Zumal alle möglichen Internetseiten (sind die alle auf den „fahrenden Zug“ aufgesprungen?) die fleischähnliche Konsistenz hervorheben.

Also habe ich mir mal vorgenommen ein vegetarisches Schnitzel zuzubereiten. Am Vorabend habe ich 1 kg Weizenmehl mit Wasser zu einem Teig verarbeitet, diesen 30 Minuten ruhen lassen und dann unter kaltem Wasser so lange geknetet bis das Wasser nicht mehr weiß wurde. Danach den Teig in ein sauberes Trockentuch gewickelt und an beiden Enden verschnürt. Sah fast wie ein Knallbonbon aus 😉 . Ok, dann 10 Minuten im Würzsud gekocht und nochmals 10 Minuten ziehen lassen. Das Ergebnis nach insgesamt gut 60 Minuten war eine feste Seitanrolle. Sah recht gut aus, ich war mit meiner Arbeit durchaus zufrieden. Aus der Rolle fertigte ich dann mit Hilfe eines scharfen Messers vier etwa gleich große Schnitzel. Die habe ich noch paniert und dann mit Soße, Kartoffeln und Rotkohl serviert.

Seitanschnitzel

Sieht doch sehr appetitlich aus, oder? Und man konnte es in der Tat essen. Mit Fleisch hat das Ganze allerdings so rein gar nichts gemein. Weder von der Konsistenz noch vom Geschmack. Das Seitan schmeckte leicht nach dem Kochsud, der meiste Geschmack kam natürlich von der Soße. Aber so richtig hat das Essen weder mich noch meine Gäste überzeugt. Ich kann jedem nur zur Vorsicht raten wenn er eine Enttäuschung vermeiden möchte.

Das mit dem Fleischersatz haut irgendwie nicht hin. Das war schon in den 1980’er Jahren so, als uns die Bioläden Tofuprodukte und Sojabohnen als Fleischersatz schmackhaft machen wollten. Mit Seitan hat sich daran nicht viel geändert. Ich stand und stehe immer noch auf dem Standpunkt, entweder Fleisch oder Fleischlos, aber bitte keinen Ersatz. Wenn ich ein Stück Braten haben möchte dann soll es gefälligst auch so schmecken und auch die richtige Konsistenz haben. Und ansonsten gibt es auch ganz viele vegetarische Gerichte, die super toll schmecken. Und bevor ich mir nochmal die Arbeit mit dem Gluten mache paniere ich lieber eine Selleriescheibe und brate diese in der Pfanne. Da komme ich bei meinen Gästen nicht in den Verdacht Fleischersatz anbieten zu wollen weil jeder sofort sieht (und schmeckt) das es sich um Sellerie handelt. Und apropos Geschmack: Die Selleriescheiben schmecken wenigstens anständig.

1 Kommentar

  1. Der Witz des Tages: So einfach gelingt veganer Wurstsalat | jagato.de:

    […] Fleisch haben soll. War wohl nix. Wer es nachlesen will hier direkte Link zu meinem Beitrag über Seitan. Richtig schmecken tut das ganze Zeugs aber […]

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