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Warum sollte man 40 Stunden die Woche arbeiten?

Dumme Frage. Von irgendetwas muss man ja leben. Mit diesem Einwand haben Sie vollkommen recht. Aber schauen Sie sich doch einmal die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen an. Es sieht doch (nicht nur in Europa) so aus, dass eine immer kleiner werdende Arbeiterklasse immer mehr Menschen versorgen muss.

Einerseits gibt es viele Menschen, die jede Woche 40 Stunden (oder mehr) beruflich tätig sind, Überstunden absolvieren und trotzdem jammern die Arbeitgeber über Arbeitskräftemangel und wir haben unverändert hohe Arbeitslosenzahlen. Auf der anderen Seite müssen diese beschäftigten Arbeitnehmer eine immer größer werdende Anzahl von Menschen finanziell unterhalten, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind beruflich tätig zu sein (oder nicht wollen). Verrückte Welt!

Und zu allem Überfluss werden diese (ich mag den Begriff nicht, aber ein besserer fällt mir nicht ein) Leistungsträger auch noch vom Staat gebeutelt. Nicht nur, dass Vater Staat mit immer höheren Abgaben und Steuern dem Arbeitnehmer die Butter vom Brot nimmt. Leider fließt ein Großteil dieser Gelder einfach wieder in die Verwaltung oder wird für Transferleistungen missbraucht.

Wie kann man diesem Problem beikommen? Im Grunde nur langfristig. Es beginnt in unseren Schulen, in denen es immer noch Schulklassen mit mehr als 20, teilweise sogar mehr als 30 Kinder sitzen. Ein Skandal! Auf der einen Seite arbeitslose Lehrer, auf der anderen Seite überfüllte Schulklassen. Ich war selber lange Jahre als Ausbilder tätig und habe (mit meinen Azubis) unter diesen Mißständen gelitten. Solange wir Schulklassen mit mehr als 10 Kinder haben, dürfen wir uns über schlechte Ergebnisse in den Pisastudien nicht wundern.

Der nächste Schritt ist eine fundierte Berufsausbildung. Auch dies lässt heute schwer zu Wünschen übrig. Wie soll ein Ausbildungsbetrieb auch die Missstände des Schulsystems auffangen können? Was soll man mit Auszubildenden anfangen, die nicht in der Lage sind einfache Grundrechenopertionen durchzuführen. Und wenn dann noch Mankos in Wort und Schrift hinzukommen ist spätestens für den Ausbildungsbetrieb Schluss mit lustig. Leider gibt es ja immer noch Eltern, denen es wichtiger ist das Ihr Kind türkisch lesen und sprechen kann als vernünftiges deutsch. Diese Kinder hatte ich oft genug als Auszubildende. Die können hinterher weder die eine noch die andere Sprache richtig und wundern sich, dass Sie nur (wenn überhaupt) einen Hauptschulabschluß erreichen. Auf dem Arbeitsmarkt haben die leider keine Chance. So viele Hilfsarbeiter braucht heutzutage keine Gesellschaft mehr.

Aber zurück zum Thema: Gute Schulbildung, gute Berufsausbildung, dann haben wir genug qualifizierte Arbeitskräfte. Und dann sind wir endlich soweit, dass wir die vorhandene Arbeit auf alle Verteilen können. Dann fühlt sich die Vollzeitkraft nicht mehr ausgenutzt, weil mit Ihren Sozialabgaben fremde Leute finanziert werden. Und die anderen sind nicht mehr frustriert, weil Sie keine Stelle bekommen, kein ausreichendes Einkommen erzielen und am Existenzminimum leben müssen.

Ich bin fest davon überzeugt, die vorhandene Arbeit muss nur gerechter verteilt werden.

1 Kommentar

  1. Arbeitsmarkt in Deutschland jetzt angeblich überregional | jagato.de:

    […] Solche Stellenangebote sind im Grunde nur dafür gut den übereifrigen und betriebsblinden Sachbearbeiter der Agentur zufrieden zu stellen. Den bei der Agentur ist es leider immer noch so, dass der Bewerber mit vielen Bewerbungsaktivitäten gerne gesehen wird. Bei der Agentur hat man leider den Eindruck, als wenn 100 sinnlose Bewerbungen besser sind als eine, die zum Erfolg führt. Daran merkt man sehr deutlich, dass die meisten der Angestellten der Agentur für Arbeit noch nie in der freien Wirtschaft tätig waren. Mit selbständigen Arbeitssuchenden sind die Mitarbeiter der Agenturen vollkommen überfordert. Die beschäftigen sich lieber mit dem Tagesgeschäft und machen ungelernten bzw. wenig qualifizierten Arbeitslosen druck. Das ist zwar bei vielen Arbeitslosen notwendig, aber im Grunde auch kontraproduktiv. Denn durch Druck erhöht man nicht die Qualifikation der Arbeitslosen. Im Grunde stimmt der Spruch: Wir haben in Deutschland so viele Geringqualifizierte, so viele Hilfsarbeiter braucht kein Land. Und da wären wir bei der desolaten Schulpolitik. […]

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