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Spam, Betrug oder Topaz?

Ich habe ja schon häufiger über unerwünschte E-Mails berichtet bzw. wie man Spam und Betrügereien erkennen kann. Als Betreiber mehrerer Internetseiten erhalte ich so viele dubiose E-Mails, die kann ich gar nicht alle veröffentlichen. Zumal die meisten sehr plump gehalten sind und (zumindest mit meinen Tipps) auch von Anfängern und Laien schnell durchschaut werden. Letztens ist mir allerdings eine unerwünschte E-Mail aufgefallen, die ich nicht sofort einordnen konnte.

Anfang Zitat:
Guten Tag ,

Wir haben Ihre Kontaktinformationen im Internet gefunden und möchten Ihnen eine Stelle als unabhängiger Dienstleister anbieten.

Unser Unternehmen ist weltweit bekannt. Mitte der 90-er Jahre entwickelten wir ein Plattform für Vermittlung IT-Dienstleister an Unternehmen zur Ausführung einiger deren kernfremder Aufgaben. Im Laufe der Jahre haben wir eine der besten Datenbanken der Dienstleister aus der ganzen Welt aufgebaut.

Dies ist ein Teilzeitjob und Sie werden im Durchschnitt 2-3 Stunden pro Tag arbeiten. Eine Vollzeitstelle könnte Ihnen nach dem erfolgreichen Abschluss der Probezeit angeboten werden.

Wir zahlen mehr und bieten bessere Leistungspakete als andere Unternehmen, die Telearbeit Jobs anbieten. Mindestlohn ist 1200 Euro pro Monat, aber nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung wird Ihr Gehalt bis zu 1.500 Euro im Monat sein. *
*Es gibt auch eine Möglichkeit Sie auf der €400 Basis zu beschäftigen, die Kommission und sonstige Ausgaben werden per Verrechnungscheck zugeschickt.

Falls Sie darüber mehr erfahren wollen, schreiben Sie uns bitte an: n.loesche.hr@googlemail.com
Unsere Personalmanager werden Sie innerhalb von 2 Werktagen kontaktieren.

======== ========== FORM FORM *********
Vorname:______________________
Nachname:___________________
Bundesland:___________________
Telefon:_______________
Bevorzugte Anrufzeit:_______________
======== ========== FORM FORM *********

Wir freuen uns darauf, bald von Ihnen zu hören!

Mit freundlichen Grüßen,

Natalie Lösche
TOPAZ GmbH

Ende Zitat

Wahrscheinlich hätte ich die Email wie immer einfach gelöscht, zumal Sie von Thunderbird direkt als Junk eingestuft wurde. Aber da ich ja gerne meine Mitmenschen vor dubiosen Praktiken warnen möchte, habe ich die Mail einfach mal kurz durchgelesen. Und da viel mal wieder auf, dass einige Fehler im Text und auch einige Ungereimtheiten enthalten waren. Schon der erste Satz machte mich stutzig. Meine Kontaktdaten wurden im Internet gefunden, aber mich mit Namen anreden hält der Absender nicht für nötig. Mit anderen Worten eine Massenmail, die an zig andere Internetnutzer gesendet wurde. Das erklärt auch, warum Thunderbird die Mail als Junk einstuft.

Aber weiter im Text. Ist Ihnen folgende Passage aufgefallen? „Mitte der 90-er Jahre entwickelten wir ein Plattform für Vermittlung IT-Dienstleister an Unternehmen zur Ausführung einiger deren kernfremder Aufgaben.“ Neben dem fetten Rechtschreibfehler halte ich es für recht schwierig den Sinn des Satzes zu verstehen. Was soll das???
Der Knaller aber war die angegebene E-Mailadresse. Eine weltweit tätige Firma bietet seinen Mitarbeitern keine eigenen E-Mailadressen an sondern die Mitarbeiter haben eine Adresse bei einem freien E-Mailanbieter (hier googlemail.com)? Da ist doch etwas überfaul. Selbst ich als Kleinunternehmer bin über meine Seiten per E-Mail (info@jagato.de) zu erreichen.

Dies alles waren für mich erste Anzeichen, die die Alarmsignale aktiviert haben. Und das sollte auch Ihnen passieren, wenn Sie solch eine Mail erhalten. Ich habe an dieser Stelle die Nachricht gelöscht und nur noch für diesen Artikel etwas im Internet recherchiert. Die angegebene Firma Topaz habe ich im Internet unter verschiedenen Adressen gefunden. Ob es sich dabei um das gleiche Unternehmen oder verschiedene Firmen handelt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. So wichtig war mir die Sache nicht. Bei E-Mails, die ich unaufgefordert erhalte, fällt mir das Löschen sehr leicht.

Eines ist mir aber noch aufgefallen: Es gibt wohl mehrere Internetnutzer, die (dummerweise) auf die Nachricht (oder auf eine ähnliche) reagiert haben. Die berichten davon, dass Sie Geldbeträge über Ihr privates Girokonto fließen lassen sollten. Seien Sie bei solchen Angeboten bitte besonders vorsichtig, denn wenn unrechtmäßige Geldbeträge auf Ihr Konto eingegangen sind, stehen Sie dafür auch gerade. Mit anderen Worten, Sie können das Geld zurückzahlen und der Empfänger, dem Sie die Beträge weitergeleitet haben, der ist dann wahrscheinlich nicht mehr zu greifen.
Kleines, fiktives Beispiel: Jemand betrügt auf irgendeine Weise (Ausstellen falscher Rechnungen, unrechtmäßige Abbuchungen, EC-Kartenbetrug, usw.). Dann muss das ergaunerte Geld ja auf irgendeinem Konto landen. Die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft hätte dann leichtes Spiel, da man ja nur den Kontoinhaber ausfindig machen muss. Wenn die Zahlungen natürlich auf das Konto eines unbescholtenen Menschen landet, der glaubt dies gehöre zu dem neuen Job den er gerade im Internet angenommen hat, dann packt die Polizei natürlich erst einmal einen Unschuldigen. Selbst die Beteuerung, dass Geld ja an ein anderes Konto (meist im Ausland) weitergeleitet zu haben, zieht dann nicht. Für Transaktionen auf Ihrem Konto sind alleine Sie verantwortlich!

Ich kann nicht mit abschließender Gewissheit sagen, ob die E-Mail eine Betrugsabsicht ist oder nicht. Vorsicht sollte man aber immer dann walten lassen, wenn Ungereimtheiten auffallen. Achten Sie darauf oder löschen Sie E-Mails von Absendern die sie nicht kennen ungelesen. So mache ich es nämlich.

1 Kommentar

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