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Die Deutschen sind überversichert

Wofür benötigt man eine Versicherung? Eine Versicherung sollte die (finanziellen) Folgen eines Schadens auffangen, die man selber nicht aufbringen kann. Versicherungen sind folglich für den Notfall gedacht. Für Schäden, die eine Person oder Familie in den finanziellen Ruin treiben, bzw. Schäden die man aus eigener Tasche nicht mehr aufbringen kann.

Nehmen wir mal das Paradebeispiel, was bestimmt schon eine ganze Armee von Versicherungsvertretern (Pardon, heutzutage heißen die ja Finanzberater oder so ähnlich) den Kunden erzählt haben. Der Hund reißt sich von der Leine los, läuft über die Straße, verursacht einen Auffahrunfall, ein 40 t Tankwagen fällt um und verseucht mit seiner Ladung das Trinkwasser und den Erdboden. Geschätzter Schaden weit über einer Millionen Euro.

Für solch einen Fall benötigt man eine Versicherung, auch wenn die Wahrscheinlichkeit praktisch gleich Null ist. In diesem Beispiel kommt für die Begleichung des Schadens die Tierhalterhaftpflichtversicherung in Frage.

Nehmen wir ein anderes Beispiel, bei dem tendenziell die Tierhalterhaftpflicht in Frage kommt. Ich bin mit meinem Hund bei Freunden zu Besuch. Der Hund verschüttet versehentlich mein Glas Rotwein. Die Tischdecke ist ruiniert, die Freunde wollen die Decke aber gar nicht mal ersetzt haben. Trotzdem kaufe ich bei nächst bester Gelegenheit eine neue Decke für stolze 9,99 Euro. Meine Freunde sind begeistert über meine Aufmerksamkeit und mir tun rund 10 Euro nicht weh.
Was kann man aus meinen beiden Beispielen lernen? Zweierlei:
Erstens sollte man bei jeder Versicherung überlegen, ob man sie überhaupt benötigt. Wenn sich ein junger Student seine erste Wohnung vom Sperrmüll und überschüssigen Möbelstücken seiner Familie einrichtet, ist eine Hausratversicherung vielleicht nicht unbedingt notwendig. Wenn der junge Mann nach dem Studium seine erste Designerwohnung bezieht sollte er allerdings seinen Versicherungsbedarf neu überdenken. Dann kann eine Hausratversicherung durchaus sinnvoll erscheinen. Einige Jahre später hat der junge Mann einen tollen Job, verdient Geld wie Heu und hat vielleicht auch noch einen dicken Lottogewinn erhalten. Dann ist er sicherlich in der Lage bei einem Schaden das Mobiliar aus eigener Tasche zu ersetzen. Jetzt könnte er auf seine Hausratversicherung wieder verzichten. Sie merken schon, es kommt drauf an. 😉

Zum Zweiten sollte man bei den notwendigen Versicherungen überlegen, ob nicht ein Selbstbehalt (auf gut deutsch: Selbstbeteiligung) nützlich wäre. Bei einer Selbstbeteiligung muss man Schäden bis hin zu einer vereinbarten Summe selber tragen. Dafür ist der Versicherungsbeitrag auch um einiges niedriger als bei einem regulären Vertrag. Die Versicherungsunternehmen haben Selbstbehalte im Grunde recht gerne. Einerseits werden die ganzen Bagatellschäden (die mehr Verwaltungsaufwand verursachen als alles andere) vermieden. Andererseits schiebt man den Versicherungsbetrügern einen kleinen Riegel vor. Den richtigen Betrügern kann man so natürlich nicht beikommen, aber man führt zumindest keine normalen Versicherungsnehmer in Versuchung. Wir als Versicherungsnehmer profitiere hierbei von teilweise extrem niedrigen Beiträgen. Ich persönlich kann Selbstbeteiligungen nur empfehlen. Allerdings immer im Rahmen des finanziell machbaren.

Zu Schluss noch ein kleiner Hinweis. Wir Versicherungsnehmer lassen uns von unseren nette Versicherungsvertretern gerne mehr und teure Produkte verkaufen als überhaupt notwendig. Wenn die Hausfrau einkaufen geht, vergleicht sie die Preise und kauft günstig ein. Autofahrer fahren teilweise abstruse Umwege, nur um 2 Cent pro Liter zu sparen. Bei Versicherungen wird dem nette Verkäufer geglaubt und so ziemlich alles unterschrieben, was der persönlich bekannte Vertreter empfiehlt. In der Branche gilt der Grundsatz: Am besten verkauft man über den Bauch. Dem Kunden ein positives Gefühl vermitteln, sich ein bisschen für den Kunden interessieren, etwas Smalltalk über persönliche Dinge und zuletzt noch ein Schwank aus der Jugend (muss ja nicht unbedingt wahr sein) und schon hat man eine Beziehung zum Kunden aufgebaut. Auf dieser (vermeintlichen) Vertrauensbasis kann man gut aufbauen und auch gut verkaufen.

Denken Sie immer daran. Auch der Versicherungsvertreter ist ein Verkäufer. Und genauso wie sie einem Autoverkäufer erst mal nicht glauben schenken, so sollten Sie dem Versicherungsvertreter ebenso kritisch gegenüberstehen. Informieren Sie sich. Eine gute Alternative sind zum Beispiel die Versicherungsmakler wie der Versicherungsmakler Frankfurt.

Nicht zu vergessen die unabhängigen Verbraucherzentralen oder auch der Bund der Versicherten. Nutzen Sie doch einfach mal eine Suchmaschine. Die Informationen gerade zu diesem Themenbereichen sind schier unüberschaubar. Hier erhalten Sie Informationen über Hundeversicherungen.

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