jagato.de – Dies und Das

Kategorie: Ausbildung und Weiterbildung

Blindbewerbung – Anonymbewerbung

Gestern sprach ein Moderator von 1live (Regionalsender im Ruhrgebiet) mit einer jungen Frau kurz über Frauenquoten im Berufsleben. Als ehemaliger Leiter eines Bewerbungszentrums und Mitarbeiter verschiedener Unternehmensberatungen war ich früher mit dieser Problematik befaßt und drehte das Radio mal lauter um zu hören, worum es denn genau im Gespräch geht.

Und zwar war die junge (hatte zumindest eine junge Stimme) Dame überzeugt vom Sinn der Frauenquoten. Im Gegensatz zum Moderator, der die wohl allgemein bekannten Negativpunkte vorbrachte. So weit so gut und im Grunde keine neuen Informationen.

Im Laufe des Gespräches wurde dann aber die Möglichkeit von anonymisierten Bewerbungen hervorgehoben. Damit ist gemeint, dass in den Bewerbungen persönliche Angaben wie zum Beispiel das Geschlecht nicht mehr angegeben werden. Es sollte dann wirklich nur noch auf die fachliche Qualifikation, Berufserfahrung, usw. geachtet werden. Es wurde sogar vorgeschlagen das Foto wegzulassen.

Dieses System der Anonymbewerbung hört sich weiterlesen… »

REWE als Ausbeuter

Jetzt muss ich mich doch mal wieder als großer Kritiker betätigen. Zuviel ist während der letzten Tage passiert, was man als normal denkender Mensch nur mit einem Kopfschütteln quittieren kann. Daher gibt es jetzt auch direkt drei Beiträge von mir.

Zuerst einmal der krasse Fall einer jungen Frau, die bei REWE in Bochum als Praktikantin tätig war. Hintergrund war, dass Ihr dort ein Ausbildungsplatz in Aussicht gestellt wurde. Durchaus verständlich, dass der Einzelhandelsbetrieb die zukünftige Azubine ein bisschen besser kennenlernen wollte. Insbesondere während der praktischen Arbeit.

Als ehemaliger Ausbilder und Ausbildungsleiter kann ich den Wunsch des Verantwortlichen bei REWE durchaus verstehen. Auch ich habe meine zukünftigen Azubis Probearbeiten lassen. Das ist für beide Seiten (also auch für den zukünftigen Azubi) sehr vorteilhaft, da man bereits vor Ausbildungsbeginn viele Dinge offensichtlich werden und man im Notfall, falls es von einer Seite doch nicht so klappt wie gewünscht, doch noch nach einem anderen Bewerber bzw. Ausbildungsplatz Ausschau halten kann.

Wie gesagt, prinzipiell eine gute Idee. weiterlesen… »

Bildungssystem sei undurchlässig und ungerecht

Mal wieder ist das deutsche Schulsystem in der Kritik. Eine aktuelle Bertelsmann-Studie zeige deutlich, dass unser Schulsystem kaum Chancen auf einen Aufstieg bietet. So wird zumindest allgemein argumentiert (Spiegel, Stern, Focus usw. jeweils in der Onlineversion).

Als ehemaliger Ausbildungsleiter verfüge ich über sehr umfangreiche Erfahrungen mit den Schulabgängern von verschiedenen Schulformen. Diese Erfahrungen beziehen sich einerseits in der Beurteilung der Auszubildenden (Kenntnisse, Sozialisation usw. ) als auch auf die Informationen, die ich von unseren Azubis über Ihre Erfahrungen in den Schulen erhalten habe. Und nicht zuletzt auch noch die Erfahrungen im Umgang mit Lehrkörpern verschiedener Schulformen.

Alles zusammen gefasst kann ich als „Insider“ da nur verwundert mit dem Kopf schütteln. Denn die Fehler im deutschen Schulsystem sind so offensichtlich weiterlesen… »

Auslandsaufenthalt als Au-pair

Seit einiger Zeit ist der Sohn einer guten Bekannten zurück aus Neuseeland. Das Jahr in Neuseeland ist Ihm recht gut bekommen. Weg von der wohlbehüteten Familie, zum ersten Mal im Leben auf eigenen Beinen stehen. Und dann noch in einem Land, in dem eine andere Sprache gesprochen wird. Leider steht es auch nach einem Jahr im Ausland mit den Englischkenntnissen immer noch nicht so gut.

Mein Sohn interessiert sich schon länger ebenfalls um ein Auslandssemester. Genau genommen beabsichtigt er seine Doktorarbeit im Ausland zu schreiben. Durch seinen Aufenthalt in Washington DC, aber auch weiterlesen… »

Fachkräftemangel in Deutschland

Mal wieder mit Kopfschütteln habe ich die Pressemitteilung gelesen, nach der in Deutschland ein akuter Fachkräftemangel herrsche. Bereits 2015 sollen fast drei Millionen Fachkräfte fehlen. Dies soll eine Studie der Prognos AG für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), die dem Handelsblatt vorliegt, belegen. Aber auch in der Onlineausgabe der Bild wird heute der DIHK-Chef Schweitzer mit der Aussage zitiert bis 2025 benötige Deutschland 1,5 Mio Fachkräfte aus dem Ausland.

Zuerst einmal fallen die doch sehr unterschiedliche Zahlen auf. Wobei ich persönlich eine Prognose für 2025 (also in 12 Jahren) für nicht besonders Glaubwürdig erachte. Aber im Prinzip kommen ja beide zur gleichen Aussage: Wir benötigen Fachkräfte aus dem Ausland.

Dem kann und will ich nicht zustimmen. Wir haben hier in Deutschland zur Zeit über 3 Mio Arbeitslose. Jaja ist mir auch bekannt, leider sind die oftmals nicht genügend ausgebildet und leider viel zu oft der deutschen Sprache nicht genügend mächtig. In diesen Personenkreis Geld zu investieren ist (als ehemaliger Ausbildungsleiter in der Erwachsenenbildung erlaube ich mir das mal ganz deutlich zusagen) mehr als ineffektiv. Aber unser Schulsystem krankt an allen Ecken und Kanten. Das merkt man nicht nur bei den Ergebnissen der Pisastudien sondern auch bei den fehlenden Ausbildungsvoraussetzungen der jugendlichen Schulabgänger. Daher mein bescheidener Vorschlag: Lieber Vater Staat, investiere doch mal genügend Geld in die Schulausbildung unserer Kinder. Nicht nur das oftmals die Schulen großen Bedarf an Sachmitteln haben. Auch Schulklassen von über 30, manchmal sogar über 40 Kindern sind für’s Lernen nicht vorteilhaft. Gerade Kinder aus den unteren Gesellschaftsschichten benötigen eine intensivere Betreuung und dafür sind ganz einfach mehr Lehrkräfte nötig. Ganz abgesehen von der Sozialisation der Kinder und Jugendlichen. Denn dem Erziehungsanspruch kann ein Lehrer bei solch großen Klassenverbänden bestimmt nicht so nachkommen wie es wünschenswert wäre.

Sprachbarrieren in der medizinischen Versorgung

Der Aufhänger für diesen Beitrag liegt mal wieder in der Onlineausgabe der Bild. Bitte nicht falsch von mir denken – hier lese ich praktisch ausschließlich die „lustigen“ Überschriften. Für richtige Informationen nutze ich lieber Stern, Focus sowie Spiegel. Wie auch immer, bei der Bild ist mir die Überschrift „Ausländische Ärzte sollen zum Deutsch-Test“ aufgefallen.

Spontan viel mir da mein Erlebnis im letztem Herbst ein. Und zwar wurde ich beim Trennen von zwei sich raufenden Hunden (einer davon war meiner) gebissen. War nicht weiter tragisch, praktisch nur vier Zahnabdrücke im Handrücken sowie auf der anderen Seite der Hand. Der (fremde) Hund hat sofort wieder losgelassen, weder er noch ich haben rumgezerrt, so dass meine Hand nur punktiert war. Blutete aber trotzdem leicht.

Zwar hatt ich noch über ein Jahr Impfschutz bin aber vorsorglich mal in unser Dorfkrankenhaus weiterlesen… »

Stern verharmlost Betrug der wissenschaftlichen Arbeit

In der Onlineausgabe des Stern ist mir heute ein offener Brief von einem Kester Schlenz übel aufgestossen, der unter dem Titel „Plagiatsjäger, ihr nervt nur noch!„ veröffentlicht wurde. Da mir der gute Mann vollkommen unbekannt ist, habe ich im Internet mal kurz recherchiert. Aha, also Redakteur der Frauenzeitschrift Brigitte und Autor von Kinderbüchern. Ob er selber eine wissenschaftliche Ausbildung absolviert hat habe ich nicht gefunden. Ich vermute allerdings das ihm solch eine hochwertige Ausbildung nicht vergönnt war. Denn sonst würde er ernsthafte wissenschaftliche Arbeiten nicht so schnell und leichtfertig abwerten.

Denn egal wer bei seiner wissenschaftlichen Ausbildung gefudelt hat, es ist ein Schlag ins Gesicht für alle Akademiker, die Ihre Titel mit ehrlicher Arbeit erworben haben. Ein Akademiker, der nicht in der Lage ist eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit abzuliefern hat den akademischen Titel nicht verdient. Und da hilft es auch nicht wenn Herr Schlenz im Stern eine Plattform findet um seine polemischen Verniedlichungen des Problems breitzutreten. Die Rede im diesem offenen Brief ist von vergilbten Doktorarbeiten sowie Verfolgung durch Korinthenkackern. Naja, was soll ich dazu noch sagen? Da lasse ich mich gerne als Korinthenkacker beschimpfen, nur weil ich die Prüfungsvoraussetzungen der Hochschulen für wissenschaftliche Abschlüsse ernst nehmen. Der gute Mann sollte wohl besser bei seinen Kinderbüchern bleiben. Zum Wohle unserer Kinder kann ich nur hoffen das er auf diesem Gebiet korrekter ist.

Kampf mit den Institutionen bei der Studienplatzwahl

Theorie und Praxis gehen oftmals getrennte Wege. Auch und gerade bei jungen Menschen die gerade Ihre allgemeine Hochschulreife erworben haben und sich auf Ihr Studium vorbereiten. Der erste Schritt ist naturgemäß die Wahl des richtigen Fachbereiches. Gerade junge Menschen die direkt vom Gymnasium kommen sind da oftmals unsicher für welche Studienrichtung Sie sich entscheiden sollen.

Mein Rat aus der Praxis als langjähriger Unternehmensberater und Leiter eines Bewerbungszentrums ist da eindeutig. Wählt das Studienfach, welches euch wirklich interessiert. Der grundlegende, oft gemachte Fehler ist es, sich bei der Studienfachwahl weiterlesen… »

Jugendliche mal wieder nicht ausbildungsfähig

Aktuell ist mal wieder die fehlende Grundqualifikation von Ausbildungsplatz suchenden Jugendlichen in der Presse zu finden. Aufhänger ist eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), wonach unsere deutschen Schulzeugnisse zu wenig über die Schulabgänger aussagen würden.

Als Mann aus der Praxis kann ich dies nur bestätigen. Wenn ein Hauptschüler in Mathe eine 3 oder sogar eine 2 hat aber noch nicht einmal die Grundfläche eines Raumes (dieser Raum misst 2 mal 3 Meter, wieviel Auslegeware benötigen wir?) ausrechnen kann weiterlesen… »

Die Werbebrachen ist schuld an schlechten Ergebnissen der Pisastudie

Bisher war ich der festen Überzeugung, dass unser schlecht finanziertes Schulsystem sowie die übertriebene Rücksichtnahme auf die Belange der Schüler mit desolaten deutschen Sprachkenntnissen zu den schlechten Ergebnissen in der Pisastudie führen. Als ehemaliger Ausbilder kann ich ein Lied von den äußerst schlechten Kenntnissen der geschriebenen Sprache bei den Jugendlichen singen. Aber die Werbebrachen hat mich eines besseren belehrt. Die setzt nämlich noch eines drauf und überschüttet die Bevölkerung mit bewusst provozierten Schreibfehlern weiterlesen… »

1 2 3 4 »