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Frische Landmilch „pasteurisiert – länger haltbar“ ist mit Keimen belastet

Untertitel: Fallstricke beim Joghurt selber machen

Keine Panik, ich möchte Ihnen nicht den Appetit auf Frischmilch verderben. Aber sicherlich handelt es sich um ein interessantes Thema, worauf ich zufällig aufmerksam geworden bin und vielleicht auch andere interessiert. Aber mal der Reihe nach.

Ich habe früher immer den billigsten Joghurt gekauft den man bekommen konnte. Als absoluter Fan von Feinkost-Aldi (Nord) war ich auch stets mit den Produkten zufrieden. Irgendwann bin ich dann auf den 500 g Becher umgestiegen (Thema Müllvermeidung). Und irgendwann viel später viel mir auf, dass dieser Joghurt eigentlich nicht mehr die Bezeichnung Joghurt verdient hat. Denn der Joghurt ist nicht stichfest sondern eher flüssig. Wenn man einen Joghurtdrink herstellen möchte ist dieser Joghurt sicherlich gut geeignet. Wenn man mit dem Joghurt kochen möchte kommt es auf das Gericht an und zum Löffeln ist er gar nicht geeignet. Leider ist diese Qualität des Joghurts wohl mittlerweile üblich. Denn auch der Umstieg auf andere Sorten, Hersteller und Händler hat mir keinen für meine Zwecke geeigneten Joghurt bieten können.

Aber wie sagt man so schön, selbst ist der

Mann. Also einfach mal an die alten Zeiten erinnert. Damals hat meine Mutter den Joghurt immer selber zubereitet. Sie hatte dafür eine kleine Warmhaltemaschine in die 6 Gläser passten. Diese wurden lediglich mit einem Liter Milch in den ein Becher gekaufter Joghurt gerührt wurde befüllt, ein Tag stehen gelassen und fertig war der Joghurt. Stichfest, wohlschmeckend, auch für’s Kochen geeignet und man konnte das letzte Glas als Ansatz für den nächsten Liter Milch verwenden.

Gesagt getan, also habe ich im Internet für wirklich kleines Geld (unter 10 € inklusive Versand) einen Joghurtbereiter mit 6 Gläsern erworben. Ein Liter Milch (Biomilch von Feinkost-Aldi) auf 38°C erwärmt, ein Becher gekauften Joghurt eingerührt und ab in die Maschine. Nach 12 Stunden hatte ich das Ergebnis, welches auf den ersten Blick gut aussah. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank meine erste Verkostung. Geschmack OK, aber viel zu flüssig. Da versaut man sich mehr die Kleidung als man in den Mund bekommt.

Aber so schnell wirft man ja nicht die Flinte in’s Korn. Also habe ich als erstes die Dauer erhöht. Einfach mal den Joghurtbakterien 24 Stunden für Ihre Arbeit gegeben. Hat leider keinen nennenswerten Erfolg gebracht. Hmmmm, was nun? Liegt es vielleicht am gekauften Joghurt, den ich ja quasi als Starter benutze? Also mal verschiedene andere Joghurts versucht. Leider immer das gleiche Ergebnis. Der Joghurt ist zwar schmackhaft aber eben zum Essen mit dem Löffel viel zu dünn.

Aber wofür hat man denn das Internet? Meine Recherche ergab, dass offensichtlich viele Leute damit Probleme haben. Der Joghurt ist zu dünn und etliche Joghurtfans monieren auch „Schlieren“ im Joghurt. Eine Lösung hatte aber leider niemand zur Hand. Allerdings haben auch viele Leute geschrieben, dass Sie überhaupt gar keine derartigen Probleme haben. Im Grunde so wie früher meine Mutter. Milch und Joghurt vermischen, ab in den Bereiter und nach 12 Stunden ist der feinste Joghurt bereit gelöffelt zu werden.

Als nächsten Versuch habe ich Starterbakterien erworben. Meine Vermutung war, dass es an der Qualität des gekauften Starterjoghurts lag. Aber weit gefehlt. Auch mit den gekauften Starterbakterien wurde das Ergebnis nicht besser. Ich war einigermaßen frustriert. Bei vielen Leuten klappt es problemlos, bei vielen (und auch bei mir) überhaupt nicht. Ich schob das Problem erst einmal beiseite, kümmerte mich um andere Dinge und habe mir nur noch sporadisch über das Problem Gedanken gemacht und ab und an im Internet nach Hintergrundinfos geschaut. Und irgendwann kam ich mal auf den Gedanken ob es eventuell an meiner Biomilch (Frischmilch) liegt. BINGO! Genau da liegt der Hund begraben. Denn auf der Verpackung kann man lesen:
„besonders schonendes Filtrationsverfahren bei dem der Keimgehalt der Milch reduziert wird“

Der Keimgehalt wird reduziert? Also nix mit „Sterilisiert und homogenisiert“ wie zum Beispiel bei der H-Milch sondern noch ein Rest an natürlichen Bakterien. Und daran liegt es denn wohl auch. Ab jetzt erwärme ich die Milch auf ca. 90°C, lasse anschließend auf 38° abkühlen, mische mit dem Joghurt und ab in den Joghurtbereiter. Das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie.

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